Wie Logotherapie und Leadership sich verbinden — und was das für deinen Führungsalltag bedeutet.
Ein Satz, der alles verändert
"Wer ein Warum hat, erträgt fast jedes Wie." Viktor Frankl schrieb das 1946, aus einem Kontext heraus, der schwerer nicht sein könnte. Aber dieser Satz gilt für jeden — auch für den Mitarbeiter, der montags aufsteht und nicht weiß, warum.
Moderne Führung hat das Wie perfektioniert: Prozesse, OKRs, Agile, Feedback-Loops. Das Warum wird vorausgesetzt oder delegiert — an HR, an Employer Branding, an die Unternehmenskultur. Das ist ein Fehler.
Warum ist Chefsache
Das Warum kannst du nicht outsourcen. Nicht weil es keine HR-Aufgabe wäre — sondern weil es nur dort ankommt, wo eine echte Beziehung ist. Und echte Beziehungen entstehen zwischen Menschen, nicht zwischen Menschen und Unternehmen.
Als Führungskraft bist du der Mensch, der deinem Mitarbeiter nächsten steht. Du bist der, der weiß, was ihn antreibt — wenn du zuhörst. Du bist der, der sein Warum verknüpfen kann mit dem Warum des Teams und des Unternehmens.
Die drei Sinn-Ebenen nach Frankl
Frankl unterscheidet drei Wege, wie Menschen Sinn erleben:
**1. Schöpferischer Wert** — etwas erschaffen, beitragen, hinterlassen **2. Erlebniswert** — etwas erfahren, erleben, entdecken **3. Einstellungswert** — einem unvermeidbaren Leiden eine Haltung geben
Für Führungskräfte bedeutet das: Erkenne, auf welcher Ebene dein Mitarbeiter gerade Sinn sucht. Der eine will gestalten. Der andere will dazugehören. Der dritte kämpft mit einer schwierigen Phase — und braucht keine Lösung, sondern eine Haltung.
Der praktische Schritt
Frage einen Mitarbeiter heute: "Was bedeutet diese Arbeit für dich persönlich?" Nicht was sie leistet — was sie bedeutet. Höre zu, ohne zu bewerten. Diese eine Frage kann mehr bewegen als sechs Monate Performance-Reviews.
Leadwords hilft dir, solche Gespräche vorzubereiten — mit konkreten Worten für deine spezifische Situation.